Wann müssen die Kinder für die Pflege der Eltern zahlen?

Elternunterhalt Pflegekosten

Nicht nur Kinder erhalten von ihren Eltern Unterhalt, wenn sich diese beispielsweise scheiden lassen. Auch im umgekehrten Fall sind die Kinder für den Unterhalt der Eltern zuständig, sobald diese etwa die Kosten für ein Pflegeheim nicht alleine bewältigen können. Doch wie viel Geld des eigenen Einkommens muss für die Pflege der Eltern aufgebracht werden? Sind auch Ehepartner in der Pflicht, für die Schwiegereltern zu sorgen? Und was ist mit der eigenen Altersvorsorge und dem Eigenheim?

Eigene Altersvorsorge darf nicht komplett berücksichtigt werden!

Kinder müssen für ihre pflegebedürftigen Eltern einen sogenannten Elternunterhalt leisten, wenn die Rente der Eltern nicht ausreichend für die Versorgung, etwa in einem Pflegeheim ist. Wie hoch die monatliche Unterstützung ausfällt, hängt in erster Linie vom eigenen Einkommen ab. Grundsätzlich wird ein monatlicher Freibetrag von 1600 Euro (Stand 2013) gewährt. Darüber hinaus bleibt der Unterhalt für die eigenen Kinder oder für den Ehepartner bei der Berechnung des Elternunterhaltes außen vor.

Hier hat zudem der BGH bereits in der Vergangenheit durch ein Urteil zusätzlich die Rechte der Kinder gestärkt: Die eigene Altersvorsorge darf nicht komplett bei der Berechnung für die Höhe des Elternunterhalts berücksichtigt werden. Fünf Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens über das gesamte Erwerbsleben hinweg darf jeder unangetastet für die eigene Altersvorsorge aufwenden. Selbstständige dürfen sogar 25 Prozent für ihre eigene Vorsorge für das Alter unangetastet an die Seite legen.

Angespartes Kapital für den eigenen Ruhestand und das Eigenheim gefährdet?

Nicht nur die eigene private Altersvorsorge soll in der Regel eine finanzielle Sicherheit im Ruhestand gewährleisten. Auch angespartes Kapital oder das Eigenheim dienen vielen Person als Altersvorsorge. Müssen jedoch die eigenen Eltern mit einem Elternunterhalt unterstützt werden, besteht oftmals die Frage, was mit dem über die Jahre mühevoll Gesparten oder gar dem Eigenheim passiert. Eine Faustregel besagt hier jedoch, dass ein zuvor gespartes Kapital unter 100.000 Euro bei der Berechnung für den Elternunterhalt nicht berücksichtigt werden darf. Verdient jedoch der Ehepartner besonders gut, kann das Einkommen für die Pflegeaufwendungen der Schwiegereltern anrechnungspflichtig werden.

Geht es um das Eigenheim, hat der BGH in jüngster Zeit die Rechte der Kinder gestärkt. Das eigene Haus darf für den Elternunterhalt nicht berücksichtigt werden (Aktenzeichen XII ZR 269/12). In der Pressemitteilung des BGH heißt es: „Der Wert einer angemessenen selbst genutzten Immobilie [bleibt] bei der Berechnung des Elternunterhalts unberücksichtigt.“ Geklagt hatte ein Sohn, der für seine pflegebedürftige Mutter die Pflegekosten in Höhe von etwa 5500 Euro zahlen sollte. Mitangerechnet zum Vermögen wurde auch seine Eigentumswohnung. Die Richter in Karlsruhe urteilten jedoch, dass es für Kinder pflegebedürftiger Eltern „nicht zumutbar“ sei, das Eigenheim für den Elternunterhalt zu verwerten.

Private Vorsorge für den Pflegefall wird immer wichtiger!

Bereits jetzt werden etwa 30 Prozent der Pflegebedürftigen in einem Pflegeheim betreut. Durch die höhere Alterserwartung kann jedoch in den kommenden Jahren mit noch mehr pflegebedürftigen Personen und steigenden Pflegekosten gerechnet werden. Sinken die Renten weiter, werden folglich auch immer mehr Kinder für den Pflegeunterhalt ihrer Eltern aufkommen müssen. Laut dem Statistischen Bundesamt belaufen sich bei Pflegebedürftigkeit in Pflegestufe III die Kosten pro Monat beispielsweise auf etwa 3200 Euro. Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt jedoch lediglich 1.550 Euro monatlich für Pflegestufe III. Hier müssten die pflegebedürftigen Eltern selbst über den Restbetrag von im Schnitt 1600 Euro pro Monat verfügen, um die gesamten Kosten abdecken zu können.

Die meisten Renten reichen dafür längst nicht aus. Helfen kann hier nur die private Vorsorge mit einer geeigneten Pflegeversicherung. Diese kann „die Lücke zwischen tatsächlichen Pflegekosten und Leistungen der Pflegekasse“ schließen. Versicherungsnehmer schützen mit einer privaten Pflegeversicherung nicht nur sich selbst, sondern in erster Linie Ihre Angehörigen vor den hohen Kosten bei einem eigenen Pflegebedarf im Alter. Mit einem passenden Vergleichsrechner für die private Pflegeversicherung lassen sich gute und günstige Versicherungsangebote bequem online ermitteln.

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