Erster deutscher Pflegetag – Der gute Wille hilft uns nicht

Überlegungen das deutsche Pflegesystem zu Entlasten

Am Tag der deutschen Pflege wird erstmals am 23. Januar 2014 über die Situation der Arbeitsbelastung von Pflegekräften gesprochen. Es werden Maßnahmen besprochen den Einsatz und Arbeitsaufwand der Pflegemitarbeiter zu verringern und auch die Ausbildungsmaßnahmen zu verbessern. Bereits heute ist eines sicher, die Kassen der Pflegebedürftigen Personen werden durch die Verbesserung der Pflegemaßnahmen nicht reduziert.

Immer mehr alte Menschen mit pflegebedarf und Menschen mit Demenz beeinflussen das Pflegesystem in Deutschland. Die Herausforderung ist es das System finanziell und auch personell am Leben zu erhalten. Um diese Herausforderung besser meistern zu können, treffen sich die Fachleute in der Pflege zum ersten deutschen Pflegetag. Zu den wichtigen Experten gehören die Mitglieder des AOK-Bundesverbands, der Deutsche Pflegerat sowie der GKV-Spitzenverband. Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund, sowie die Springer-Medizin sind bei der Organisation dabei. Die Eröffnung des ersten deutschen Pflegetages erfolgt durch den Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Personalmangel in der Pflege

Der Mangel an qualifiziertem Personal im Bereich Pflege ist heute sehr hoch. Es wurde im Jahr2012 durch die Bertelsmann Stiftung ermittelt, dass wir im Jahr 2030 ein Problem von 0,5 Millionen fehlenden Pflegekräften haben. Auf dem aktuellen Pflegetag werden Konzepte des GKV-Spitzenverbandes vorgestellt. Eines der vorgestellten Fallbeispiele ist das „Leben und Wohnen mit Familienanschluss“. Man möchte dadurch pflegebedürftige Personen in Gastfamilien unterbringen, dies ist jedoch überwiegend in ländlichen Gegenden möglich. Die Gastfamilien müssen entsprechend pflegerisch geschult und ausgebildet sein.

Zu hohe Kosten in der Pflege

Es ist bereits heute bekannt, dass eine Versorgung der pflegebedürftigen Menschen nicht mehr richtig sichergestellt ist. Zu viele Fachkräfte fehlen um die unzähligen Bedürftigen zu versorgen und betreuen. Zusätzlich kommen noch die zu hohen Kosten auf die Menschen zu, die nicht mehr bezahlt werden können. Mit der Pflegestufe III muss ein Patient bereits über 3200,- Euro bezahlen. Das Pflegegeld der gesetzlichen Krankenkasse beträgt jedoch nur 1550,- Euro im Monat, den gesamten Rest hat der pflegebedürftige meist von seinem Vermögen und seiner Rente aufzubringen. Wenn die Pflegebedürftige Person das Geld nicht bezahlen kann, sind sogar Anteile von den Kindern erforderlich. Man ist sich bewusst, dass sich daran auch durch eine neue Reform nichts mehr ändern wird. Nur mit einer eigenen privaten Pflegezusatzversicherung können die Pflegekosten zukünftig abgefangen werden. Man gibt zu, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nur als sogenannte Teilkasko Absicherung geplant gewesen ist.

Bringt eine Reform in der Pflege Hilfe?

Im Zuge der neuen großen Koalition im Bundestag wurde eine Änderung der Begrifflichkeiten in der Pflegebedürftigkeit vorgestellt. Diese neue Pflegereform soll die aktuellen Pflegestufen neu bestimmen und auch demenzerkrankte Personen sinnvoller einbringen. Es kann nur gehofft werden, dass die Koalition sich in der aktuellen Amtszeit darum bemüht. Die bereits im vorherigen Jahr eingeführten Pflege-Bahrs sind von Stiftung Warentest als nicht empfehlenswert bewertet worden. Die nicht geförderten Tarife sind viel zu teuer, trotzdem ist die neue geförderte Zusatzversicherung für Pflege bei den Personen gut angekommen.

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