Altenpflege – Wenn Pflege im Alter zum Luxus wird

Viele Menschen müssen im hohen Alter mit einer recht niedrigen Rente zurecht kommen. Dennoch ist es kein Geheimnis, dass irgendwann jeder Mensch eine gewisse Altenpflege benötigt. Doch die Kosten können in den meisten Fällen kaum von der Rente oder den Aufwendungen der gesetzlichen Pflegeversicherung getilgt werden. Dies hat zur Folge, dass nicht nur die Pflegebedürftigen zur Zahlung gebeten werden müssen, sondern auch ebenso die Angehörigen belangt werden.

Wenn das Geld nicht mehr ausreicht

Die immer höher ansteigenden Pflegekosten nehmen mittlerweile ungeahnte Dimensionen an. Diese Maßgabe kann allerdings nicht nur die Pflegebedürftigen belasten, sondern auch das Portemonnaie der Angehörigen schröpfen. Die reguläre Rente sowie die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen in der Vielzahl aller Fälle kaum aus, um eine ausreichende Kostendeckung für Pflegemaßnahmen zu gewährleisten.

Für die notwendige Betreuung fällt es den meisten pflegebedürftigen Menschen an Geld, sodass ein finanzielles Risiko oftmals nicht ausgeschlossen werden kann. Viele Betroffene versuchen ihr gesamtes Hab und Gut, nicht selten sogar Grundstück und Hauseigentum, zu veräußern, um die erforderlichen Kosten und Gebühren zu tragen.

Pflege in Altersheimen

Viele Pflegebedürftige begeben sich irgendwann in ein Altersheim, um hier eine bessere und überwachte Behandlung zu erhalten. Dennoch steht die Pflege in Altersheimen mittlerweile stark in der Kritik, ist nicht nur der Aufenthalt in diesen Institutionen teuer, sondern auch die verantwortungsvolle Betreuung umstritten. Experten und Kritiker belegen ihre These durch die „Minutenpflege“, die aufgrund von Zeit- sowie Personalmangel immer mehr in den Vordergrund rückt. Hiernach haben Betreuer sowie Pfleger kaum mehr Zeit für jeden einzelnen Patienten oder Pflegebedürftigen. Der Kontakt zum Gepflegten bleibt aus und die Betreuung wird auf das Notwendigste beschränkt.

Wenn die Pflegekosten den Rahmen sprengen

Eine ausreichende und umfangreiche Pflegeabsicherung kann wahrhaftig ins Geld gehen. Wer sich mit den Zahlen, Statistiken und Fakten auseinandersetzt, dem wird schnell klar, dass hier ein entsprechend hohes, finanzielles Risiko vorherrschen kann. So erhielt im Jahr 2013 der männliche Rentner im Durchschnitt und je nach Bundesland zwischen 1.004€ und 1.155€ pro Monat. Frauen, welche eine Rente bezogen, lagen im Schnitt zwischen 427€ und 827€, wie Quellen der Deutschen Rentenversicherung belegen.

Je nach vorliegender Pflegestufe erhalten Betroffene von der gesetzlichen Pflegeversicherung bis zu 1.550€ pro Monat. So kommen Männer im besten Fall auf round about 2.700€ im Monat, während Frauen mit 2.400€ pro Monat zurechtkommen müssen. Ein geeigneter Platz in einem Alters- sowie Pflegeheim kann allerdings diese Rechnung schnell platzen lassen. So entstehen hier für die Belegung eines Platzes schnell über 3.00€ im Monat. Die Differenz von mehreren hundert Euro ist klar ersichtlich, die der Pflegebedürftige aufbringen muss, um seine eigene Pflege absichern zu können.

Ein Kostenberg den es zu bewältigen gilt

Mit dem Pflegereport 2013 hat die Barmer GEK herausgefunden, dass sich der individuelle Eigenanteil für Pflege bei Frauen auf ungefähr 45.000€ und bei Männer auf 21.000€ bezieht. Fehlt dem Pflegebedürftigen ein Kostenausgleich, so kann das Sozialamt für Unterstützung sorgen. Dieses Geld wird allerdings als sogenannter „Elternunterhalt von den Kindern“ vom Amt wieder zurückgefordert.

Hier werden zwar gewisse Regelungen einbezogen, dennoch wird nicht jeder Part des Einkommens für die Unterhaltsberechnung mit einbezogen. Nicht selten müssen deshalb die Angehörigen für die Pflege der eigenen Eltern aufkommen, sodass nicht nur Pflegebedürftige finanzielle Engpässe plagen, sondern auch dem Nachwuchs Kopfzerbrechen einbringt.

Aus diesem Grund sollte bereits frühzeitig eine bestmögliche Vorsorge vorherrschen. Mit der privaten Pflegeversicherung sorgen Personen im Alter vor und entlasten nicht nur das eigene Sparbuch, sondern auch den Geldbeutel der Verwandtschaft.

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